Turnier 14.5.04 beim CfbrH LG Thüringen

Das Beste vorweg: an diesem Tag schien die Sonne.

Die LG Thüringen des CfbrH veranstaltete ihr 6. Agilityturnier, das nicht sehr stark besetzt war, nur ca. 65 Starter. Die Veranstalter haben trotz der geringen Starterzahlen, die sich noch dazu auf alle Klassen von Beginner bis zu Senioren und alle Größenklassen verteilten, auch die Prüfungsjumpings mit einem Pokal von Platz 1-3 honoriert, das ist für die Starter in den Klassen 1-3 natürlich sehr schön und für die Veranstalter kostenträchtig.

25 % der Starter waren jedoch Beginner und Senioren, die ebenfalls 12 € Startgeld zahlten und neben ihrem A-Lauf natürlich nur am Spiel teilnehmen konnten. Als das "Spiel" erklärt wurde, gab es zunächst ungläubiges Staunen, danach viele Abmeldungen. Die Anfänger hatten sich auf ihren 2. Lauf gefreut und sollten bei dem Spiel jetzt eine Gerade mit 4 oder 5 Sprüngen und einem Tunnel laufen, dann eine daneben stehende Gerade zurück laufen, dabei aber keines der Hindernisse nehmen, sondern im Zick-Zack um die Sprünge und den Reifen herum laufen. Das Ergebnis war wie erwartet: an "Hörzeichen" war zu hören: "NEIN", "HIER", "Fuß", "Name des Hundes - HIER RAN". Und wenn der Hund dann das Gerät vor seiner Nase doch nahm, noch mal: "NEIN". Was haben denn die Anfänger in den Vereinen üblicherweise für Probleme? Doch meistens nicht, dass die Hunde durchgeknallt alle Geräte in Sichtweite abarbeiten, sondern dass sie nicht voran arbeiten, Wechsel hinter dem Hund schwierig sind und die Hunde zu eng am Hundeführer arbeiten und sich nicht lösen. Wir sind doch froh in den Anfängergruppen, wenn die Hunde ein vor ihnen stehendes Gerät erkennen und abarbeiten!  Solche Übungen mögen ja bei manchen Hunden angebracht sein, bei den meisten Anfängern halte ich sie für kontraproduktiv. Und als 6 € teurer Lauf auf einem Turnier um so mehr! Die Leute möchten doch auf dem Turnier Agility machen.

Natürlich kann der ausrichtende Verein nichts für das neue Reglement, aber solche Ergebnisse desselben demotivieren die Nachwuchssportler (es waren 13 A0 - Hunde gemeldet, die meines Wissens 12 € dafür bezahlt haben).

In der A3 gab es eine ärgerliche Panne. Zwei Hunde - Sky und Pia liefen einen Lauf mit einem Fehler. Pia hatte dummerweise mal wieder den Wandabgang nicht, bei Sky fiel eine Stange. Die Hunde waren (wie eigentlich immer) etwa gleich schnell, Sky war eher einen Tick schneller, im Ergebnis soll Pia jedoch 9 (neun!) Sekunden schneller gewesen sein, und das auf einem relativ kurzen Parcours. Nach der Zeitmessanlage sei Sky lediglich 2,5 m/sek. gelaufen, und das auf einem Parcours, der mehrere Sequenzen zum Tempomachen hatte. Das ist keine Frage von Gefühl, dass kann einfach nicht sein. Solveig ist sofort vorgegangen und hat versucht zu klären, ob da ein Fehler vorliegen könne, man zeigte sich jedoch uneinsichtig. Wir würden doch wohl jetzt nicht mit unserem "Gefühl" die elektronische Zeitmessung anzweifeln wollen. Nun gut, ärgerlich, aber wohl nicht zu ändern. Was mich an der Sache (abgesehen von meinem vermutlich unverdienten 1.Platz) aber am meisten geärgert hat war, dass nach dem Jumping der Zeitnehmer Solveig noch mal runtergeputzt hat (ich stand zufällig daneben und konnte daher meine Meinung dazu auch gleich noch sagen), dass es eine Unmöglichkeit sei, die Arbeit von ihm als Zeitnehmer anzuzweifeln, die Arbeit der ganzen Helfer würde nicht gewürdigt und in einem Rundumschlag alle Beschwerden, die wohl auf diesem Turnier so aufgelaufen waren, ihr nun anlastete. Offenbar hatten  sich Starter beschwert, die Stangen seien zu hoch, das Essen zu wenig, nach DIS dürfe man nicht zu Ende laufen usw.. Es war aber nicht Solveig, die diese Beschwerden vorgebracht hat. Es wird wohl legitim sein, ein offensichtlich falsches Ergebnis (das jeder Agilitysportler auch als solches erkannt hätte, leider ist von den Helfern am Richtertisch noch nie jemand Turniere gelaufen) anzumerken. Es wäre fair gewesen, zumindest über den Sachverhalt nachzudenken und zu prüfen, ob das Ergebnis richtig sein kann oder nicht, selbst wenn es letztlich so bleibt, statt auf der Betroffenen den Kübel auszugießen.

Vielleicht sollte auch nicht jede Kritik gleich persönlich genommen werden, sondern als konstruktiv aufgefasst und Anlass für Verbesserungen beim nächsten Turnier genommen werden. Es gibt Turniere mit mehr als 100 Startern und 3 Läufen für jeden, wo auch nach einem DIS zu Ende gelaufen werden kann und trotzdem die Siegerehrung rechtzeitig stattfindet. Warum geht das in Gotha bei 65 Startern nicht?

Und wenn um 11:00 Uhr die belegten Brötchen (zum stattlichen Preis von 2 € für zwei halbe Brötchen) bereits aus sind und der Kuchen am Nachmittag auch nicht vorhanden ist, muss man sich nicht wundern, wenn irgendwelche Starter dazu eine Bemerkung fallen lassen.

Nun, wir haben versucht, uns den Tag nicht vermiesen zu lassen und Sky hat einen neuen Spitznamen: die "Landschildkröte". Motivationsobjekt im nächsten Training: Salatblätter.

Ansonsten waren die Parcours durchaus mit einigen schwierigen Ecken gespickt, hatten aber auch in allen Klassen Sequenzen zum Laufen, eine ganz gute Mischung. Für mein Empfinden hätte die Abstufung zwischen den Leistungsklassen etwas deutlicher sein können. Aber die Parcours ließen sich schön laufen, keine permanenten 180°-Wendungen, die allen Schwung nehmen und trotzdem anspruchsvoll, so soll es sein.

Ich gratuliere den Siegern und Platzierten, vor allem Andreas (Sorry, dass ich dich nicht begrüßt habe, habe euch erst bei der Siegerehrung entdeckt) zu seinem Doppelsieg in A1 (A-Lauf und Jumping) und natürlich Christine und Hans-Jürgen Hopf zum Platz 1 und 2 im A2.Glückwunsch auch an die Seniorensiegerin Ria Bode, die gegen gute Mitbewerber mit einem fehlerfreien Lauf gewann.