Übungen im Haus

"Nimm": Der Hund soll sich vor seinen Futternapf setzen und erst auf das Kommando "nimm" anfangen, zu fressen. Diese Übung ist auch praktisch, wenn mehrere Hunde gefüttert werden, oder bei sehr gierigen Hunden, die einem die Futterschüssel schon aus der Hand rammen, bevor sie am Boden steht. Sinnvollerweise übt man das zunächst mit nur einem Bröckchen Futter im Napf, damit der Drang zum Napf etwas geringer ist. Entweder, Sie halten den Hund fest, so dass er nicht an die Futterschüssel heran kann und lassen in dem Moment los (und sagen "NIMM"), wo er für einen Moment entspannt SITZ macht (evtl. auch mit Helfer, damit sie vor dem Hund sein können), oder Sie bringen dem Hund das SITZ und BLEIB in größerer Distanz vom Napf bei, entfernen sich zum Napf, legen ein Stück Futter hinein und schicken den Hund mit dem Wort "NIMM" zum Napf. Die Hunde lernen recht schnell, das sie ohne Ihre Erlaubnis nicht anfangen dürfen, zu fressen. Natürlich sollte diese Übung konsequent bei jeder Fütterung praktiziert werden. Ausgebaut werden kann das Ganze dahingehend, dass der Hund Sie angucken muss, bevor das "NIMM" ertönt, also das Fixieren der Futterschüssel alleine nicht zu Erfolg führt. Eine im täglichen Leben wirklich sehr angenehme Übung!

"Guck": Diese Übung sollte ablenkungsfrei im Haus trainiert werden, sie ist später auch draußen in vielerlei Hinsicht nützlich. Die Übung kann sehr leicht mit Clickertraining trainiert werden. Legen Sie Leckerli bereit (nicht in die Hand nehmen, sonst guckt der Hund nur auf die Hand), nehmen Sie den Clicker und stellen Sie sich vor den Hund. Sobald er in Richtung Ihres Kopfes guckt, Click und Bestätigung (C+B). Das lernen Hunde meist schnell. Ausbauen können Sie die Übung, indem Sie die Zeitdauer, die der Hund ununterbrochen gucken soll, ausweiten (auf variable Bestätigung achten, siehe Clickertraining) und später das Leckerli in die Hand nehmen, den Hund aber erst bestätigen, wenn er Sie anguckt und den Blick von dem Leckerli in der Hand löst.

Wenn Sie die Übung ohne Clicker trainieren wollen, kann es hilfreich sein, das Leckerli in den Mund zu nehmen und dann fallen zu lassen, wenn der Hund schön guckt.

"Nein": Ziel: der Hund soll ein Leckerli oder ein Spielzeug, das Sie ihm mit dem Wort "Nein"Darf ich???? Oh, das hätte ich schon gerne.....!präsentieren, nicht nehmen, bevor Sie nicht "Nimm" sagen. Nehmen Sie das Leckerli in die Hand und präsentieren Sie es dem Hund mit dem Wort "Nein". Verhindern Sie, dass der Hund sich bedient, indem Sie die Hand schließen, sobald Ihr Hund Anstalten macht, das Leckerli zu nehmen. Wenn er entspannt abwartet, geben Sie ihm das Leckerli. Wenn der Hund diese Übung kennt, können Sie sie auch mit einem Ball am Band praktizieren. Der Ball hängt von Ihrer Hand herunter, der Hund darf ihn jedoch erst nach Erlaubnis "packen". Allein die Tatsache, dass Sie ein Spielzeug oder Leckerli tragen, soll für den Hund ja noch lange nicht heißen, dass er sich daran bedienen darf. Diese Übung ist praktisch auf Spaziergängen um zu verhindern, dass Ihr Hund in einen Ball, den Sie tragen, ständig hinein zu beißen versucht oder Sie den Ball nur versteckt in der Tasche tragen können.

Natürlich eignen sich auch viele Elemente der Grunderziehung (Sitz, Platz, Bleib) für Übungen im Haus. Gerade zu Beginn der Ausbildung ist die vertraute und ablenkungsfreie Umgebung der richtige Übungsort.

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